Durch die Brille unserer persönlichen inneren Empfindungen, Dogmen und Vorstellungen nehmen wir die Realität häufig nur noch in sehr subjektiver Art und Weise wahr, eine objektive Sichtweise ist auf diese Weise schwer möglich.
Meditation oder Selbstergründung geben uns die Möglichkeit der Wirklichkeit ins Gesicht zu schauen, ohne Konzepte und Interpretationen.
Es entsteht auf diese Weise ein ausgeglicheneres Verhältnis zu sich und zur Umwelt, das mehr Raum für Objektivität lässt und letztendlich dem Stress entgegenwirkt.
Es gibt die verschiedensten Methoden der Meditation und nicht für jeden funktionieren die gleichen Methoden.
Daher erstelle ich auf Wunsch gerne in Zusammenarbeit mit meinen Patienten individuelle Formen der Meditation, die sich gut in den jeweiligen Alltag integrieren lassen.
Ziel der Meditation, als auch der Homöopathie ist es für mehr Freiheitsgrade im Leben zu sorgen.
Sich „leer machen“ zu können um Kanal für heilsame Energie werden zu können ist übrigens auch eine wichtige Grundvoraussetzung für viele Geistheilungstraditionen, ebenso wie für das Praktizieren der Homöopathie
Denn schon Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie betonte immer wieder die Wichtigkeit des vorurteilsfreien Schauens für einen Homöopathen. In dem Artikel „Der ärztliche Beobachter“ schreibt Hahnemann:
„Um das an Kranken zu Beobachtende genau wahrzunehmen, muß man alle seine Gedanken
darauf richten, sich gleichsam aus sich selbst setzen, und sich, so zu sagen, an den
Gegenstand mit aller Fassungskraft anheften, damit uns nichts entgehe, was wirklich da ist,
zur Sache gehört und durch jeden offenen Sinn empfangen werden kann. Da muß die
dichterische Einbildungskraft, der gaukelnde Witz und die Vermuthung einstweilen
verstummen, und alles Vernünfteln, Deuteln und Erklärenwollen muß unterdrückt bleiben.
Der Beobachter ist blos da, um die Erscheinung und den Vorgang aufzufassen; seine
Aufmerksamkeit allein muß wachen, daß ihm von der Gegenwart nicht nur nichts entschlüpfe,
sondern daß auch das Wahrgenommene so richtig verstanden werde, als es wirklich ist.“
(Der komplette Artikel ist nachzulesen in den gesammelten kleinen Schriften Hahnemanns, herausgegeben von Josef M. Schmidt und Daniel Kaiser, erschienen im Jahre 2001 im Karl F. Haug-Verlag, Heidelberg, Seite 709 - 711)
Allgemein kann ich die folgenden Arten der Meditation empfehlen:
Lenken Sie im Alltag Ihre Aufmerksamkeit häufiger mal von der Lebenssituation und Ihrer persönlichen Geschichte weg. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten:
1. Beobachten Sie so oft wie möglich Ihren Atem. Erspüren Sie, wie der Atem ganz von selbst atmet. Versuchen Sie ihn nicht zu verändern, fühlen Sie nur diese leichten, sanften Bewegungen der Luft. Wie die Luft Ihre Lungen füllt und wieder ausströmt. Ganz von selbst.
2. Fühlen Sie in Ihren Körper. Schauen Sie ob Sie die Lebendigkeit spüren können. Fangen Sie mit den Händen an, oder einem anderen Körperteil, welches Sie in dem Moment gut spüren können. Bleiben Sie nur bei dem Gefühl, ohne Wertung, ohne Urteil.
3. Lauschen Sie auf die Geräusche um Sie herum. Richten Sie Ihren Fokus vor allem auf das Entstehen und Vergehen von Geräuschen und auf die Stille dazwischen. Vielleicht können Sie immer mehr die Stille wahrnehmen, in denen die Geräusche auftauchen.
4. Führen Sie jede Bewegung mit größtmöglicher Achtsamkeit aus. Ob Sie nun einen Becher Tee zum Mund führen, einen Schritt tun, oder Ihre Finger die Tastatur berühren. Bleiben Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit voll und ganz bei diesen Tätigkeiten.
5. Lauschen Sie dem Verstand mit seinen vielen Gedanken ohne das Sie diese Gedanken weiter denken. Nehmen Sie einfach wahr, wie ein Gedankenfaden sich an den nächsten heftet, wie vorüberziehende Wolken am blauen Sommerhimmel. Warten Sie auf den nächsten Gedanken, wie die Katze vor dem Mauseloch. Sie können auch ein Spiel daraus machen. Setzen Sie sich dafür mit Schreiber und Zettel hin und machen Sie einfach ein kleines Kreuz, wenn Sie merken, das wieder ein neuer Gedankenfaden auftaucht. Dann schenken Sie dem markierten Gedanken keine weitere Aufmerksamkeit mehr und warten Sie auf den nächsten.
6. Falls Sie irgendwo Anspannungen oder Schmerzen verspüren, versuchen Sie nicht diese zu bekämpfen oder auszugrenzen. Richten Sie ihre liebevolle Aufmerksamkeit dorthin, ohne über diese Empfindungen zu urteilen. Sobald Sie merken, das Sie urteilen, wie z.B. "Dieser Schmerz sollte nicht da sein...", dann kommen Sie einfach wieder zu der direkten Empfindung zurück. Vielleicht werden Sie feststellen, das der Schmerz oder die Anspannung dadurch seine Schwere verliert.
7. Auf die gleiche Art und Weise können Sie sich Gefühlen zuwenden. Auch wenn ein vermeintlich negatives Gefühl auftaucht, dann erspüren Sie es einfach voll und ganz. Verfallen Sie nicht in ein Theoretisieren, warum das Gefühl da ist oder was es Ihnen sagen will. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit einfach voll und ganz darauf. Lassen Sie dieses Gefühl zu, dann muss es sich nicht weiter verzweifelt um Ihre Aufmerksamkeit bemühen.
8. Ergründen Sie, was in Ihnen keinem Wandel unterworfen ist. Ziehen Sie die Aufmerksamkeit von den Gedanken, den Emotionen und den Dingen ab. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung oder das Wahrnehmende selbst.
Dies sind alles sehr einfache Übungen, die in kürzester Zeit für mehr Entspannung sorgen können und die zu einer verstärkten Bewußtwerdung führen. Sollten Sie in Gedanken abgleiten und dies bemerken, ärgern Sie sich nicht darüber, das Sie abgeglitten sind, freuen Sie sich statt dessen! Denn sobald Sie Unbewußtheit bemerken, sind Sie in dem Moment nicht mehr unbewußt!
Der Vorteil der oben genannten Techniken liegt in ihrer Einfachheit und ihrer tiefen Effizienz. Sie lassen sich größtenteils gut in den Alltag integrieren. Wenn Sie große Anspannung während der Arbeit feststellen, machen Sie eine Pause. Wenn Sie meinen am Arbeitsplatz nicht inne halten zu können, dann gehen Sie aufs "Stille Örtchen", oder machen Sie statt einer Raucherpause eine Atembeobachtungspause. Sie werden am meisten von den Techniken profitieren, wenn Sie diese so häufig wie möglich einsetzen. Bei kleinerer Anspannung während der Arbeit bringen Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder zur Achtsamkeit zurück, wie oben beschrieben.
Wenn Sie diese Übungen in Ihren Alltag integriert haben, werden Sie vielleicht feststellen, das die ganze Anstrengung und Kontrolle, die Sie aufwenden um "Glücklich-Sein" zu erreichen, eher hinderlich ist. Sie mögen feststellen, das in eben solcher Weise, wie der Atem am besten von selbst fliesst, auch das Leben am besten fliesst, wenn Sie keine Glaubenssätze dazwischen schieben. Auf diese Weise können Sie Glücklich-Sein, anstatt Glücklich-Sein zu wollen.
Sehr viel Stress entsteht dadurch, dass wir nach einem Zustand in der Zukunft trachten, oder die Gegenwart ablehnen. Wenn Sie eine solche Dynamik in sich feststellen, dann machen Sie am besten eine der oben genannten Übungen und richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf diese Weise wieder auf den jetzigen Moment.
Hier noch einige Weblinks für weitere Informationen zu den Themen: Byron Katie's "The Work", Meditation, Satsang etc.
© 2007
Heilpraktiker Philip Witt
Praxis für Klassische und Systematische Homöopathie
Durchschnitt 4, 20146 Hamburg
Tel. 040/555 71 301 und 0176 666 25 494